Aktuelles vom LPV Miesbach e.V.

Pressemitteilung vom 18.06.2020:

Bei uns dahoam - Der Wundklee

Der Mai hat im Jahreskreis vieler Bauern eine besondere Bedeutung: Mit dem Almauftrieb beginnt eine schöne, aber auch arbeitsintensive Phase. Den exakten Zeitpunkt bestimmt die Natur: sobald auf der Alm das Gras nach der Schneeschmelze hoch genug ist, um die Tiere zu sättigen, geht es vor allem für das Jungvieh hinauf auf den Berg. Durch die kurze Vegetationsperiode auf der Alm blühen fast zeitgleich die Wiesen auf, ein besonders leuchtender Frühblüher ist der Alpen-Wundklee.


Die typischen, sattgelben Blütenkronen wirken wie hingetupft in die Bergwiesen, kommt man näher, erinnern einen die Blütenblätter an einen sitzenden Schmetterling. Wie andere Kleearten auch beherbergt der Alpen-Wundklee an seinen Wurzeln Knöllchenbakterien, die für ihn Luftstickstoff binden. Dadurch kann die Pflanze viele Proteine herstellen und für heranwachsende Jungtiere einen wichtigen Eiweißlieferanten darstellen. Der Alpen-Wundklee wird auch gern gesehen, da er mit seinen tiefen Wurzeln den Boden nach Erdabrissen befestigt. Extensive Beweidung mit gelegentlichem Verbiss fördert diese stabilisierende Funktion. Übrigens, der botanische Name „Wundklee“ weist auf die entzündungshemmende und hustenstillende Wirkung von Substanzen der Blüte hin.


All das, was wir bei einer Wanderung auf die Alm schätzen, den Artenreichtum der Bergwiesen, den freien Blick oder die zufriedenen Tiere, ist der jahrtausendalten Wirtschaft der Almbauern zu verdanken. Mittlerweile können viele Almen nur noch im Nebenerwerb bewirtschaftet werden. Wenn aber die Beweidung der Gebirgsflächen eingestellt wird, erobert sich der Wald die Flächen wieder zurück. Um die typische bayerische Landschaft und die teilweise sehr seltenen Pflanzen auf der Alm zu erhalten, unterstützt der LPV die wichtige Pflege der extensiv genutzten Almweiden. Damit wir uns in unserer gewohnten Landschaft dahoam fühlen können…

Pressemitteilung vom 23.05.2020:

Bei uns dahoam - Die Wildbiene

Wenn man von Bienen hört, denkt man automatisch an die Europäische Honigbiene, die der Mensch weltweit verbreitete, um Honig zu gewinnen. In Bayern gibt es jedoch noch ca. 500 weitere Bienenarten, die unter dem Begriff „Wildbienen“ zusammengefasst werden. Diese sehen in Form, Farbe und Musterung völlig unterschiedlich aus, nur eine Gruppe ist anhand des kräftigen, pelzigen Körpers leichter erkennbar: die Hummeln. Alle Wildbienen, ernähren sich vegetarisch, das bedeutet, sie sind auf Nektar und Blütenpollen aus der Umgebung angewiesen. Besonders der eiweißreiche Blütenstaub ist für die weiblichen Wildbienen wichtig, um die Larven zu füttern und damit das Überleben des Nachwuchses zu sichern. Wie andere Insekten auch legen die Wildbienen Eier in vorbereitete Nester, aus denen nach einiger Zeit Larven schlüpfen. Nach ausreichender Fütterung begibt sich die Larve in das Ruhe- oder Puppenstadium, aus dem sich dann später das fertige Insekt entwickelt. Die meisten Wildbienen erledigen die Aufzucht alleine und leben solitär, die Hummeln dagegen leben als Sommerstaat mit Arbeiterinnen und Königin. Ab Herbst überwintern Wildbienen als Insekt oder im Puppenstadium, bei Hummeln beispielsweise überlebt nur die neue Hummelkönigin den Winter.

Übrigens tragen Hummeln im Garten zu einer sicheren, ertragreichen Ernte bei: Die brummenden Pelzkugeln fliegen im Gegensatz zu anderen Insekten auch bei niedrigen Temperaturen und regnerischem Wetter, um Obstbäume, Beerensträucher und Gemüse zu bestäuben. Jeder von uns kann etwas tun, damit sich die Wildbienen bei uns wohl fühlen: kleine Erdhöhlen, Totholz oder verwitterte Pflanzenstängel bieten Gelegenheit für den Nestbau, ein vielfältiges Blühangebot während des Sommers ermöglicht die Aufzucht von Nachwuchs. Unsere traditionelle, kleinbäuerliche Landwirtschaft mit ihrer Strukturvielfalt erleichtert den Nestbau und trägt dadurch zum Überleben der Wildbienen bei. Extensive Beweidung, wie auf unseren Almen, schafft vielfältige Lebensräume für die summenden Insekten. Darüber hinaus schafft der LPV durch die Pflege von Magerrasen und Streuwiesen ein abwechslungsreiches, nektarreiches Blühangebot für die gefährdeten Tiere über die gesamte Vegetationsperiode hinweg.

Pressemitteilung vom 20.04.2020:

Bei uns dahoam - Die Schlüsselblume

Es gibt Pflanzen, die kündigen das Frühjahr an, egal ob Schnee liegt oder nicht. Bei uns ist dies die Schlüsselblume, auch Himmelsschlüssel genannt, da sie als himmelsöffnender Frühblüher mit seinen gelben Blüten wieder die Sonne ins Land zaubert. Dabei wachsen je nach Standort zwei Arten der Schlüsselblume: die etwas häufigere „Hohe Schlüsselblume“, die feuchte Wälder, naturnahe Gärten, Wiesenränder, Raine oder lichte Gehölze bevorzugt und schon ab März blüht. Und die „Echte Schlüsselblume“, die vor allem trockene, sonnige Wiesen liebt und erst ab Ende April blüht. Die „Echte Schlüsselblume“ ist sowohl an den intensiv, dottergelben Blüten mit orangen leuchtenden Saftmalen als auch an ihrem zarten Duft erkennbar. Die Blüten der „Hohen Schlüsselblume“ sind dagegen etwas größer und eher hellgelb. Besonders die „Echte Schlüsselblume“ dient mehreren Schmetterlingsraupen als Futterpflanze, unter anderem dem gefährdeten Schlüsselblumen-Würfelfalter oder der Silbergrauen Bandeule.

Übrigens, der Name Schlüsselblume deutet auf die Blüten hin, die einem alten Schlüssel mit Bart gleichen. Passend zu dieser Deutung gibt es die Legende von Petrus, der im Himmel seinen Schlüsselbund fallen lässt. Wo dieser auf die Erde traf, soll die Schlüsselblume gewachsen sein.

Beide Arten sind mittlerweile selten geworden und stehen unter besonderem Schutz. Gärtnereien bieten für Liebhaber gezüchtete Wurzelstöcke an, die im Frühjahr Farbtupfer in die heimischen Gärten bringen. Für die Standorte in der freien Natur setzt sich der LPV ein, indem er durch Mahd die Wiesen offen und damit sonnig erhält.

Pressemitteilung vom 25.03.2020:

Bei uns dahoam - Die Erdkröte

Der Landschaftspflegeverband Miesbach e.V. (LPV) begleitet die Leser im Jahreskreis und stellt unter dem Motto „bei uns dahoam“ monatlich eine Tier- oder Pflanzenart vor. In dieser ersten Ausgabe geht es um  die Erdkröte.

Die Wetteraufzeichnungen zeigen den zweitwärmsten Februar seit Messbeginn an. Der LPV hat deshalb bereits jetzt Krötenfangzäune entlang der Straßen aufgestellt, um die Erdkröten sicher über die Straße zu lotsen. Aber woher kommt die Erdkröte und wohin möchte sie?

Die Erdkröte ist die größte und am häufigsten vorkommende Krötenart in Bayern und leicht an ihrer warzigen Haut zu erkennen. Über ihre Drüsen scheidet sie starke Bitterstoffe aus, die sie vor möglichen Fressfeinden schützen. Sind im ausgehenden Winter die Nächte frostfrei, erwachen die Erdkröten in ihren Landquartieren aus der Winterstarre. Anschließend begeben sie sich, ausgelöst durch Hormone, auf Wanderung, um in den Gewässern zu laichen, in denen sie selbst geboren wurden. Diese können zwei bis drei Kilometer entfernt sein. Auf diesen gefahrvollen Weg begeben sich vorwiegend in der Dämmerung oder nachts zunächst die Männchen. Sie locken die paarungsbereiten Weibchen mit zart fiependen Geräuschen – Kröten können im Gegensatz zu Fröschen nicht quaken. Nach der Paarung legt das Weibchen 3.000 bis 8.000 Eier in Schnüren ab. Die Amphibien müssen sich im Anschluss nicht mehr um ihre Eier kümmern und wandern daher in die Sommerquartiere. Dies sind meist Gärten, Wälder oder Offenlandgebiete. Hier machen sich die Erdkröten als Vertilger von Nacktschnecken, Würmern und Insekten nützlich. Übrigens kann eine Erdkröte in der Natur bis zu 12 Jahre alt werden…Vorausgesetzt natürlich, sie überlebt die jährlichen, riskanten Wanderungen.

Um diese Gefährdung zu reduzieren, beteiligt sich der LPV an dem Aufbau und der Betreuung von Krötenschutzzäunen im Landkreis. Die tägliche Kontrolle übernehmen jeweils freiwillige Helferinnen und Helfer. Wie gut, dass so viele dazu beitragen, dass die Erdkröte bei uns dahoam sein kann. Für Autofahrer ist in dieser Zeit besondere Vorsicht geboten. Kröten und ehrenamtliche Helfer sind in der Dämmerung unterwegs!

Pressemitteilung vom 05.12.2019:

Mähen von Steilhängen braucht Fingerspitzengefühl und Spezialtechnik

Teilweise sind die artenreichen Magerrasen so steil, dass man eher an winterliches Skivergnügen denkt als an das Mähen mit Maschinen. Für die Pflege dieser Flächen sind viel Erfahrung, voller körperlicher Einsatz und leichte Spezialmaschinen notwenig. Die Landwirte Hans Maurer und Markus Walter sind sehr erfahren in der Landschaftspflege und setzen für den LPV viele schwierige Projekte um.

Pressemitteilung vom 23.04.2019:

Erste Mitgliederversammlung des Landschaftspflegeverbandes e.V.

Wir laden Sie herzlich ein zu unserer ersten Mitgliederversammlung am Montag, den 29.04.19. Die Veranstaltung findet um 20:00 Uhr im Gasthof Bräuwirt, Marktplatz 3, 83714 Miesbach statt.

Der Landschaftspflegeverband (LPV) Miesbach e.V. wurde im Mai 2018 gegründet und hat im Januar 2019 die operative Arbeit aufgenommen. Bei der Versammlung wird sich der neue Geschäftsführer, Mathias Fischer, vorstellen. Darüber hinaus soll das Arbeitsprogramm 2019 und der Jahreshaushalt beschlossen werden.

Tagesordnung zum Download

Pressemitteilung vom 08.01.2019:

Landschaftspflegeverband Miesbach nimmt die Arbeit auf

Geschäftsführer Mathias Fischer
Mathias Fischer

Mathias Fischer ist Geschäftsführer des neu gegründeten Landschaftspflegeverbandes Miesbach. Anfang Januar nahm er in den Räumen des Maschinenrings seine Arbeit auf. An seinem ersten Arbeitstag stellte er sich in Irschenberg dem Landrat, den zahlreich erschienenen Bürgermeistern, den Vertretern der Unteren Naturschutzbehörde und benachbarter Landschaftspflegeverbände vor.

Klaus Thurnhuber, Vorsitzender des Landschaftspflegeverbandes (LPV), betonte bei seiner Begrüßung: „Die Erhaltung unserer Kulturlandschaft ist über alle Parteigrenzen hinweg eine Herzensangelegenheit.“ Gerade wegen des Strukturwandels in der Landwirtschaft ist es besonders wichtig, die Landschaftspflege in der Region gut zu organisieren. Naturschutz, Landwirtschaft und Politik sollen in Zukunft gemeinsame Lösungen finden und an einem Strang ziehen. Thurnhuber spürte bereits bei den vorbereitenden Treffen den Teamgeist, der unter den verschiedenen Interessenvertretern herrscht. Bei der Gründung des LPV im Mai 2018 waren von 17 Gemeinden 16 mit im Boot. Der neue Geschäftsführer soll ab sofort Projekte der Landschaftspflege in die Tat umsetzen und Fördergelder akquirieren.

Josef Faas, der Leiter der Unteren Naturschutzbehörde, hat schon ein breites Spektrum an Aufgaben im Visier. Beginnen wird der LPV mit Maßnahmen im Streuwiesen- und Almbereich. Nachgedacht wird auch über ein Ökokonto für Gemeinden. Hier sollen Kommunen bei der Ausweisung von Bauland abbuchen können, ohne sofort Ausgleichsflächen ausweisen zu müssen.

Josef Rüegg, Landessprecher der bayerischen LPVs, freut sich über die Gründung des ersten Landschaftspflegeverbandes im Oberland: „ Der Miesbacher LPV ist ein wichtiges Vorbild, besonders weil hier alle an einem Strang ziehen.“ Er betonte auch die wichtige Rolle des Maschinenrings für einen reibungslosen Ablauf bei der Landschaftspflege.

Die Gäste des LPV bei der Auftaktveranstaltung
Die Gäste des LPV bei der Auftaktveranstaltung