Aktuelles vom LPV Miesbach e.V.

Pressemitteilung vom 15.04.2021:

Bei uns dahoam - Der Frühlingsenzian

Auf sonnigen Almwiesen bildet er die ersten tiefblauen Farbtupfer gleich nach der Schneeschmelze: der Frühlings-Enzian. Seine intensiv leuchtenden Blüten locken bereits ab April zahlreiche Tagfalter und Hummeln an. Charakteristisch ist die azurblaue, stieltellerförmige Blüte mit ausgebreiteten Kronblättern, die auf einem kurzen, vierkantigen Stängel sitzt. Im Volksmund nennt man den Frühlings-Enzian auch liebevoll „Schusternagerl“, da er an die Holznägel erinnert, mit denen einst Schuster die Sohle befestigten. Er ist der kleinste der Enziane und vor allem durch die frühe Blütezeit von seinem Verwandten, dem bayerischen Enzian gut zu unterscheiden. Außerhalb der Blütezeit kann man anhand der mittelgrünen, feinen Blattrosette auf mageren, kalkreichen Wiesen das Vorkommen ausmachen. Der Frühlings-Enzian ist ein geschütztes Kleinod und wird seit Jahren als gefährdet eingestuft. Dies liegt vor allem daran, dass er bei Düngung verschwindet. Bei uns ist er noch vereinzelt im Voralpenland und vor allem auf der Alm zu finden. Naturbewussten Landwirten und engagierten Almbauern, die sich die Möglichkeit leisten, ihre Wiesen in Maßen zu beweiden, verdanken wir den erfreulichen Anblick der wunderschönen Pflanze! Die Weidetiere unterstützen das Wachstum besser als jede Mahd, indem sie die Konkurrenten des Frühlings-Enzians, höherwüchsige Kräuter, abfressen. Zudem regt das Abgrasen und das moderate Betreten durch Vieh die Ausbreitung der feinen Blattrosette an. Dem LPV sind diese vielschichtigen Zusammenhänge bewusst. Deshalb werden Landwirte, die ihre Flächen extensiv beweiden, unterstützt. Gleichzeitig werden geeignete, sonnige Weideflächen mit Hilfe des LPV aufwändig entbuscht, um diese wertvollen Lebensräume zu erhalten. Auf dass der farbenprächtige, leuchtend blaue Frühlings-Enzian auch weiterhin „bei uns dahoam“ sein kann.

Pressemitteilung vom 16.03.2021:

Bei uns dahoam - Amphibienwanderung

„Liebe macht blind“ – „Achtung Krötenwanderung“ Die Schilder am Straßenrand machen auf die bayernweit größte Artenschutz-Aktion aufmerksam: den Aufbau und die Betreuung der Amphibienschutzzäune. Wie in jedem Frühling organisiert und finanziert der LPV die Aufstellung von Amphibienschutzzäunen im Landkreis Miesbach. Mit dem Aufstellen der Zäune ist die Arbeit aber natürlich nicht getan: Die Frösche, Kröten und Co. müssen auch eingesammelt und auf die andere Seite der Straße gebracht werden. Das geschieht meist zweimal am Tag, morgens und abends. Die Tiere werden dann von freiwilligen Helfern über die Straße getragen. Viele dieser Helfer sind im Bund Naturschutz organisiert. Auch das Landratsamt Miesbach und die untere Naturschutzbehörde sowie das Straßenbauamt Rosenheim sind wichtige Akteure bei der Umsetzung der Maßnahmen.

Mathias Fischer vom LPV weist darauf hin, dass der Schutz der Helfer und Verkehrsteilnehmer beachtet werden muss. Dazu bedarf es einer straßenverkehrsrechtlichen Anordnung. Die Helfer sind oft in der Dämmerung unterwegs. Autofahrer sollten in den kommenden Wochen also besonders aufpassen und auf die entsprechenden Verkehrsschilder achten.

Wir haben mit dem langjährigen Koordinator der ehrenamtlichen AmphibienretterInnen vom Bund Naturschutz - Ortsgruppe Holzkirchen gesprochen. Helmut Schneider wirkt seit über 20 Jahren aktiv in dem Projekt mit.

Herr Schneider, warum wandern die Amphibien?

Der überwiegende Teil der Amphibien lebt während des Jahres in Wald und Wiese. Nur im Frühjahr bei feuchten, frostfreien Nächten beginnt eine innere Uhr zu ticken, die eine Wanderbereitschaft zu einem Gewässer auslöst. Hormonell „verliebt“ suchen sich die Tiere auf dem Weg dahin einen Partner, um dann im Gewässer ihre Eier abzulegen. Bei Straßenüberquerungen wird die Wanderung lebensgefährlich. Deshalb stellen wir dort Krötenschutzzäune auf.

Wie viele Zäune kann man sich da im Landkreis vorstellen?

Unsere Ortsgruppe betreut zwei Zäune beim Teufelsgraben und bei Sufferloh. Insgesamt weiß ich von fünf weiteren Krötenschutzzäunen (bei Agatharied, Neukirchen, Wörnsmühl, Kreuth und Bayrischzell) Die Aktionen werden ermöglicht durch die gelungene Kooperation mit dem LPV Miesbach, der den Aufbau von vier Zäunen finanziert. Auch das staatliche Bauamt Rosenheim sowie die untere Naturschutzbehörde Miesbach sind eingebunden.

Und wie geht es dann weiter?

Die Lurche wandern in der Dämmerung entlang des Zaunes, bis sie in einen der aufgestellten Eimer fallen. Die gesammelten Tiere werden täglich von uns gezählt, bestimmt und sicher über die Straße gebracht. Und das sechs Wochen lang bei Wind und Wetter! Insgesamt investieren unsere 16 ehrenamtlichen Helfer über 70 Stunden pro Jahr. Danke dafür! Zumal die Aktionen auch immer ein Risiko darstellen, sollten in der Dämmerung Autofahrer rasen. Aber Gottseidank ist bisher nichts passiert.

Wie vielen Tieren wird auf diese Weise „das Leben gerettet“?

Alleine in unserem Gebiet ca. 20.000 Amphibien pro Jahr. Ein großer Erfolg, wo bayernweit die Zahlen rückläufig sind und mittlerweile ca. 50% der Lurche als gefährdet gelten. Bei uns im nördlichen Landkreis kommt immer noch Erdkröte, Gras- und Teichfrosch, Teich- und Bergmolch vor, was die Gruppe und mich begeistert und anspornt.

Was kann jeder tun?

Natürlich ist jeder Helfer willkommen! Insgesamt wäre es auch wichtig, die Bedeutung der Amphibien im Naturhaushalt anzuerkennen: Ohne sie als Bestandteil der Nahrungskette würde es viele Vogelarten nicht geben. Und auch im Sommer freut man sich darüber, dass unsere Frösche Mückenlarven wegfressen.

Herr Schneider vielen Dank für das Gespräch!

Pressemitteilung vom 18.02.2021:

Bei uns dahoam - Der Distelfink

An grauen, eintönigen Wintertagen sieht man am Vogel-Futterhaus immer mal wieder kleine Gruppen von farbenprächtigen Vögeln, die uns mit ihrem hellen, mehrsilbigen Gesang auf das Frühjahr aufmerksam machen – die Distelfinken. Typisch mit schwarz-roter Gesichtsmaske, weißem Kopf und leuchtend gelben Binden am Flügel zwitschern sie munter ihren Zweitnamen „Stilit“ oder Stieglitz. Dabei durchstreifen sie das Gebiet auf Nahrungssuche und geben ihre Begeisterung über Futter mit ihrem Stimmfühlungslaut an ihre Artgenossen weiter. Der Stieglitz ist ein Teilzieher, der vor allem in Westeuropa überwintert. Auf seinem Speisezettel steht ausschließlich vielseitige, pflanzliche Nahrung: etwa halbreife oder reife Samen von Karden, Kletten, Früchten bzw. den namensgebenden Disteln. Um an die wertvollen Sämereien zu kommen, erweisen sich die lebhaften Distelfinken als kunstvolle Kletterer, die mit großem Geschick und mit Hilfe ihres etwas spitzeren Schnabels die Früchte erbeuten. Das regelmäßige Überstehen der langen Winterszeit hat den zierlichen Stieglitz auch zum Symbol für Ausdauer und Beharrlichkeit werden lassen. Auf Kirchenbildern weist er sogar auf den Leidensweg Christi hin. Wissenschaftliche Daten zeigen leider, dass sich der Bestand an Distelfinken innerhalb von 25 Jahren fast halbiert hat. Bei uns ist der muntere Distelfink aufgrund der vielfältigen Landschaft und der großen Artenvielfalt in den Gärten noch daheim. Auch der Landschaftspflegeverband fördert durch seine Maßnahmen das Überleben des geselligen Vogels: Auf blütenreichen Wiesen werden kleine Bereiche absichtlich über den Winter stehengelassen. Darüber hinaus können auch Gartenbesitzer zum Schutz des Distelfinks beitragen: vielfältige Wildkräuter, ungenutzte Ecken und heimische Obstbäume locken die bunte Schar an. Dafür belohnt der Distelfink uns alle durch seine stimmungsvolle, fröhliche Melodie. Übrigens, sogar der Komponist Vivaldi hat sich bei dem Stück „Die vier Jahreszeiten“ vom Gesang des Distelfinken inspirieren lassen. Natürlich sollte er auch bei Vivaldi auf den Frühling einstimmen, wie bei uns dahoam…

Pressemitteilung vom 26.01.2021:

Bei uns dahoam - Die Gelbflechte

Betrachtet man im Winter unsere Hage, so fallen auf der Wetterseite verschiedenfarbige, scheinbar hingetupfte Flecken auf. Dabei handelt es sich um die interessante Gruppe der Flechten, deren Farbenspektrum von weiß über gelb, orange, verschiedenen Brauntönen, bis hin zu olivgrün, grau oder schwarz reicht. Eine besonders Farbenprächtige ist die Gelbflechte Xanthoria.
Was ist denn eigentlich eine Flechte? Es ist eine enge Lebensgemeinschaft von Pilz und Alge zum beiderseitigen Nutzen. Die Alge bildet einerseits mit Hilfe von Sonnenlicht durch Fotosynthese Traubenzucker oder die für die Pilze bekömmlicheren Zuckeralkohole. Der Pilz andererseits schützt die Alge vor zu starker Sonneneinstrahlung, Hitze oder zu rascher Austrocknung. Da vor allem der Pilz das Aussehen der Flechte bestimmt, ordnet man heute diese festgefügten Partnerschaften den Pilzen zu. Sämtliche lebensnotwendigen Stoffe wie Wasser, Mineralsalze oder Kohlenstoffdioxid holt sich die Flechte direkt aus der Luft; es reichen winzige Teilchen aus. Durch diese genügsame Lebensweise wächst eine Blattflechte nur etwa 5 mm pro Jahr, kann dafür aber extreme Lebensräume besiedeln. Die wunderschöne Gelbflechte ist relativ häufig, sie liegt auf der Borke von Laubbäumen auf und beeinträchtigt diese nicht. Meist ist sie an nährstoffreichen Orten wie Feldrändern zu finden. Sowohl bei der Gelbflechte als auch bei anderen Flechten wurden im Rahmen des ungewöhnlichen Stoffwechsels antibiotisch wirksame Substanzen festgestellt, die Gehölze vor Pilz -oder Bakterieninfektionen schützen können. Übrigens, auch für Tiere wie Schmetterlingsraupen erweisen sich Flechten in Form von Futterquellen als nützlich.

 

Pressemitteilung vom 14.12.2020:

Bei uns dahoam - Der Randring-Perlmuttfalter

Wie schaffen es eigentlich Schmetterlinge über den Winter zu kommen? Auf diese Frage hat die Natur verschiedene Antworten: Nur einige Wenige, etwa der Distelfalter, reisen wie die Zugvögel in den warmen Süden. Die meisten jedoch überwintern bei uns, vor allem in Form ihrer Entwicklungsstadien Ei, Raupe oder Puppe, seltener als erwachsener Schmetterling. Allen gemeinsam ist, dass sie mit Beginn des Winters allmählich in eine Kältestarre fallen, was bedeutet, dass der gesamte Stoffwechsel und die Körperfunktionen praktisch auf Null gesetzt werden. Dadurch wird während des Winters kaum Energie verbraucht. Vorher Fettreserven aufzubauen, wie etwa bei Säugetieren, ist deswegen nicht nötig. Entdeckt man die Tiere in der Ruhephase, denkt man, sie schlafen. Meist verbergen sie sich jedoch an einem geschützten Platz, der nicht so schnell durchfriert. Dieser kann im lockeren Boden, liegengelassenem Laub, im Altholz von Stauden oder in Hohlräumen von abgeblühten Pflanzenstängeln sein. Gartenbesitzer, die den Tieren diese Überwinterungsmöglichkeiten bieten, können sich im Folgejahr an deutlich mehr Schmetterlingen erfreuen. Für einen besonders schönen Edelfalter, den Randring-Perlmuttfalter, ist der Überwinterungszyklus relativ genau beschrieben. Er überwintert als Raupe in den eingerollten, trockenen Blättern des Wiesen-Knöterichs. Erst im kommenden Frühjahr kann die Entwicklung zum Schmetterling nach insgesamt ca. 320 Tagen abgeschlossen werden. Eine aktuelle Bestandsaufnahme weist nach, dass diese edle Rarität bei uns im Landkreis Miesbach noch in feuchten, extensiv genutzten Wiesen „dahoam“ ist. Ähnlich wie bei naturbegeisterten Gartenbesitzern werden diese Wiesen durch den LPV nun einmal im Jahr gemäht. Dabei bleiben Brachestreifen und auch das Laub des Wiesen-Knöterichs stehen. Übrigens, der Name Perlmuttfalter leitet sich von den silbergrauen, perlmuttartigen Flecken der Unterseite des Schmetterlingsflügels ab.

Pressemitteilung vom 03.12.2020:

Bei uns dahoam - Die Hage

Die Kulturlandschaften Bayerns entstanden überwiegend durch bäuerliche Hand, ein herausragendes Beispiel dafür ist die abwechslungsreiche Hag- und Heckenlandschaft. Diese hat ihren kulturhistorischen Ursprung vermutlich in der Forderung des Klosters an ihre Lehensherren, die jeweiligen Grundstücksgrenzen zu markieren. Im Laufe der Geschichte entwickelten sich die Grenzen zu Hagen mit den charakteristischen, geschlossen stehenden Baumreihen mit Strauch- und Krautschicht. Die lebenden Zäune gewährten Windschutz, lieferten Brennholz und Einstreu und verbesserten durch schmackhafte Wildfrüchte den Speiseplan. Aufgrund des vielseitigen Nutzens wurden die Gehölze über Jahrhunderte hinweg von Landwirten aufwändig gehegt und gepflegt. Auch heute noch bereichern die Hage aufgrund ihrer unterschiedlichen Lebensbedingungen auf engstem Raum unsere Kulturlandschaft mit ihrer immensen Artenvielfalt. So konnten beispielsweise bis zu neunzig verschiedene Gehölze erfasst werden, eines davon ist der Weißdorn. Der deutsche Name weist sowohl auf die üppigen, weißen Blüten im Frühjahr als auch auf die Sprossdornen hin, die den Strauch als Mitglied der Familie der Rosengewächse erkennbar machen. Der botanische Gattungsname „Crataegus“ hingegen soll sich auf die Härte des Holzes bzw. auf die Essbarkeit des Kernobstes beziehen. Ab August leuchten die roten, kugeligen Apfelfrüchtchen am Strauch und erfreuen mit dem säuerlich-süßen Geschmack des mehligen Fruchtfleisches die heimische Tierwelt. Übrigens, der umgangssprachliche Name für den Weißdorn „Hagedorn“ unterstreicht die Häufigkeit und Bedeutung des Weißdorns in der Baumhecke. Für den Fortbestand der ökologisch wertvollen Hage wurden bereits in den 80er- Jahren Förderprogramme entwickelt und Pflanzungen getätigt. Der Landschaftspflegeverband überträgt diese Programme in die heutige Zeit und zeigt Möglichkeiten der Nutzung, Pflege und ergänzender Maßnahmen auf.

Pressemitteilung vom 27.10.2020:

Almwirtschaft und Naturschutz Hand in Hand

Der Wetterbericht sagte nicht viel Gutes voraus, als am Samstagmorgen des 10. Oktober immer mehr Leute in Arbeitskleidung, mit Sägen und Astscheren an der Weißen Valeppalm eintrafen. Insgesamt 12 Mitglieder der DAV-Sektion München hatten sich bereiterklärt, bei der aufwändigen Entbuschung der Almweiden zu helfen. Die Organisation übernahmen der Gebietsbetreuer des Mangfallgebirges, Florian Bossert und Mathias Fischer vom Landschaftspflegeverband Miesbach. Es kam also eine recht bunte und schlagkräftige Gruppe zusammen um die Familie Hagn aus Rottach-Egern beim Entbuschen ihrer Alm zu unterstützen. Insgesamt waren gut 20 Personen an der Aktion beteiligt. Weil so viele helfende Hände anfassten, konnten trotz kurzer, kalter Dusche große Bereiche der Alm von Fichtenverjüngung befreit werden. Zur Stärkung wurden die Freiwilligen vom Almbauern mit Leberkassemmeln, deftigem Mittagessen und schließlich auch noch mit Kaffee und Kuchen versorgt.
Die Aktion kam durch den Kontakt zwischen dem Almbauern und dem Landschaftspflegeverband zustande. Bei einer gemeinsamen Begehung mit Florian Bossert wurden die Probleme der Alm besprochen. Warum wachsen die Flächen zu? Wie könnte das Weidemanagement angepasst werden, damit das in Zukunft nicht mehr passiert? Welche Maßnahme ist erforderlich, um einen „Neustart“ machen zu können? Welche ökologischen Ziele gibt es auf der Alm und welche Arten können durch die Aktion gefördert werden? In dem konkreten Fall wachsen eine Reihe von Magerrasen-Pflanzen auf der Fläche, wie Alpen-Thymian und Silberdistel. Auch seltene Falterarten vermuten der Gebietsbetreuer des FFH-Gebietes Mangfallgebirge und der LPV hier. Gemeinsam wurden diese Punkte besprochen. Es wurde deutlich, dass eine Entbuschung sowohl der Weide als auch der Artenvielfalt dient. Florian Bossert nahm daraufhin Kontakt zum DAV auf und konnte so interessierte Freiwillige für den Arbeitseinsatz begeistern.
So kam es also, dass Landwirte, Bergsportler, Naturschützer und Landschaftspfleger gemeinsam ein gutes Stück der Alm entbuschten. Ganz im Sinne des LPV, der auf Zusammenarbeit und Kooperation zum Erhalt der ökologischen Schätze in der Kulturlandschaft setzt. In Zukunft wird Peter Hagn das Weidemanagement auf den bearbeiteten Flächen so anpassen, dass sie im normalen Betrieb offengehalten werden können. Unterstützen sollen dabei auch Schafe und ggf. Pferde, die einen großen Mehrwert bei der Weidepflege darstellen können.
„Ich komme gerne wieder!“ sagte eine der Teilnehmerinnen strahlend, obwohl sie vom kalten Regen klatschnass in der steilen Weide stand. Florian Bossert und Mathias Fischer sehen ein großes Potential in solchen Gemeinschaftsaktionen. Denn oft fehlt es an Arbeitskräften, um die nötige Weidepflege zu bewerkstelligen. Ein angepasstes Weidemanagement, rechtzeitiger Auftrieb und die richtige Anzahl von Tieren sind natürlich trotzdem unumgänglich und Voraussetzung für den langfristigen Erfolg der Maßnahme.

Pressemitteilung vom 20.10.2020:

Bei uns dahoam - Die Wildrose

Seit der Antike wird die Rose als die Königin der Blumen verehrt. In unserem Landkreis residieren die königlichen Blumen in Form von Wildrosen. So gibt es auf den Almen südlich des Wendelsteines, am Sudelfeld, bis zu sieben verschiedene Wildrosenarten! Eine natürliche Vielfalt, die bayernweit etwas Besonderes darstellt und die sich aufgrund der jahrhundertealten Almwirtschaft entwickelt hat. Eine der schönsten Wildrosen kann man im gesamten Landkreis am Übergang von Wald zu Offenland an sonnigen Stellen entdecken: die Gebirgs-Rose oder Alpen-Heckenrose.

Sie wächst als sommergrüner Strauch mit locker verzweigten Ästen und mit bis zu zwei Metern Höhe. Rosentypisch sind außerdem die Laubblätter mit ihren unpaarigen, gefiederten sieben oder neun gezähnten Blättchen. Im Volksmund gilt die Gebirgs-Rose als „Rose ohne Dornen“ und ist anhand der praktisch fehlenden Bestachelung erkennbar. Auch die einzelnstehenden Blüten sind auffällig: relativ groß, mit purpurner Färbung und angenehm wohlriechend. Insekten werden weniger durch den Duft als vielmehr durch reichlichen Nektar und Pollen angezogen, die von Mai bis in den August hinein den Tieren „paradiesische Zustände“ bieten. Übrigens, auch die Früchte der Gebirgs-Rose, die Hagebutten, liefern ab Herbst Wildtieren gesunde, vitaminreiche Kost und sind wichtiger Bestandteil auf dem Speisezettel. Die hängende Hagebutte gibt mit ihrer intensiv rot orangen Farbe und flaschenförmigen Gestalt dem Herbst nochmals ein charakteristisches Gesicht.

Die Bedeutung von Wildrosen als Bienenweide bzw. als Vogelnähr- und Schutzgehölz haben Almbauern frühzeitig erkannt und über Jahrhunderte hinweg wertvolle Flächen erhalten. So ist die herausragende Verschiedenartigkeit von sieben Rosenarten an den Almen südlich des Wendelsteins entstanden. Heutzutage unterstützt der LPV Almbauern z.B. bei aufwändigen Entbuschungen, um die Almflächen zu erhalten. Dabei werden bewusst einzelne Gehölze und Rosen belassen, um diese wertgebenden Bestände nachhaltig zu sichern.

Pressemitteilung vom 15.09.2020:

Bei uns dahoam - Der Lungenenzian

Kaum eine Pflanze verknüpft man so eng mit der Gebirgsregion wie den Enzian. Mit seiner charakteristischen, rein blauen Blütenfarbe ist er vielerorts zum Symbol der Treue und Beständigkeit geworden. In Europa wachsen in etwa 35 Enzianarten, einer davon ist vor allem in den Voralpen, aber auch im Tiefland auf wechselfeuchten, nährstoffarmen Wiesen zu finden: der Lungenenzian.
Von Juli bis Oktober leuchten die intensiv blauen, glockenförmigen Blüten schon von weitem, meist mit ein bis drei Blüten an der Stängelspitze. Dazwischen die schmalen Blätter. Die wunderschöne Pflanze erfreut nicht nur das Auge, sondern kann auch zur Kinderstube des bedrohten Lungenenzian-Ameisenbläulings werden. Die Entwicklung dieses Schmetterlings verweist auf die fein abgestimmten Lebensgemeinschaften einer Wiese, die man als Betrachter auf den ersten Blick gar nicht sieht. Zunächst legt der Bläuling im Schnitt drei bis fünf Eier an einer Blütenknospe des Lungenenzians ab. Die geschlüpften Raupen fressen sich ins Innere der Pflanze bis zum vierten Larvenstadium vor, um sich danach auf den Boden fallen zu lassen. Aufgrund ihrer Duftstoffe und Oberflächenstruktur werden sie - soweit vorkommend - von Knoten-Ameisen aufgesammelt, ins Nest getragen und als scheinbare Ameisenlarve bis zum Frühjahr durchgefüttert. Nach dem Verpuppungsstadium im Ameisenstaat verlässt der erwachsene Schmetterling schnell das Nest, da er nun nicht mehr die schützenden Duftstoffe bilden kann und der Zyklus beginnt von neuem. Bei uns im Landkreis gibt es noch einige dieser besonderen, ökologisch intakten Streuwiesen und Plätze. Damit diese nach wie vor den stark gefährdeten Lungenenzian und den entsprechenden Ameisenbläuling beheimaten, erstellt der LPV geeignete Pflegekonzepte mit termin- und turnusgemäßer Mahd. Übrigens, auch das Logo des LPV enthält den symbolträchtigen Enzian und unterstreicht damit sowohl das Bestreben zum Erhalt der Pflanzenvielfalt als auch die Verlässlichkeit in der Zusammenarbeit mit Landwirten und Kommunen.

Pressemitteilung vom 01.09.2020:

Miesbacher Wiesen schaffen Vielfalt

Der Landschaftspflegeverband Miesbach e.V. (LPV) schafft insektenfreundliche Wiesen mit Samenmaterial aus artenreichen Wiesen im Landkreis

Artenreiche, extensiv bewirtschaftete Wiesen gehören aus ökologischer Sicht zu den wertvollsten Lebensräumen unserer Landschaft. Es ist wichtig, artenreiches Grünland zu entwickeln und möglichst viele Flächen so zu bewirtschaften, dass selten gewordene Pflanzen und Insekten dort überleben können.

Der Landschaftspflegeverband Miesbach e.V. (LPV) setzt mit dem Projekt 'Miesbacher Wiesen schaffen Vielfalt' auf die Vermehrung regional angepasster artenreicher Flächen mit Hilfe des ‚Wiesenkopierverfahrens‘. Zuerst werden Samen einer artenreichen Spenderfläche insekten- und pflanzenschonend - ohne Mahd - geerntet. Im Herbst oder im nächsten Frühjahr wird die Heugrassaat dann aus dem Sack auf eine passende Empfängerfläche ausgebracht, damit sich dort das Abbild der abgeernteten Wiese entwickelt. Manchmal reicht es aus, nur streifenweise einzusäen, weil sich die eingebrachten Arten mit einer Bewirtschaftung quer zu den Streifen auf die gesamte Fläche verteilen lassen. Mit ein bisschen Geduld entsteht dann eine artenreiche Wiese mit gebietseigenen Pflanzen.

Die meisten heimischen Insekten, vor allem die seltenen und gefährdeten, leben nur von und auf Pflanzen, die sie kennen. Sie brauchen diese unbedingt zum Leben, zur Fortpflanzung und zum Überwintern. Mit regionalen Herkünften angelegte Blühwiesen sind also wichtig, damit Insekten ihre Nektarpflanzen finden und diese zum richtigen Zeitpunkt blühen.

Barbara Krogoll betreut das Projekt „Miesbacher Wiesen schaffen Vielfalt“. Sie freut sich: „Wir sind in der glücklichen Situation, dass es im Oberland noch sehr schöne artenreiche Naturwiesen gibt. In unserem Projekt wollen wir diese selten gewordenen Lebensräume in vertrauensvoller Zusammenarbeit mit den Eigentümern und Landwirten vermehren“.

Welche Maßnahmen jeweils möglich und geeignet sind, erarbeitet der LPV mit den Flächeneigentümern, Landwirten, Kommunalvertretern und Bauhöfen. Der LPV entwickelt mit den Landwirten und Kommunen auch Konzepte für eine insektenfreundliche Bewirtschaftung und bessere Chancen für Insekten in unserer Kulturlandschaft.

Die Initiative NATÜRLICH BAYERN ist ein gemeinsames Projekt des Deutschen Verbands für Landschaftspflege (DVL) zusammen mit den bayerischen Landschaftspflegeverbänden. Gefördert wird die Initiative durch die Landschaftspflege- und Naturparkrichtlinie des Bayerischen Umweltministeriums im Rahmen des „Blühpakt Bayern“.

Pressemitteilung vom 21.07.2020:

Bei uns dahoam - Der Schachbrettfalter

Ein heißer Sommertag im Juli mit flirrender Hitze strahlt Ruhe und Frieden aus: Lautlos gaukeln bunte Schmetterlinge gezielt von Blüte zu Blüte und man entdeckt so nebenbei die prächtige Farbenvielfalt des Sommers. Tatsächlich gibt es in Bayern über 150 unterschiedliche Tagfalter!

Ein relativ großer Schmetterling ist dabei unverkennbar: der nach seiner Flügelzeichnung benannte Schachbrett- oder Damenbrettfalter. Häufig bemerkt man den schönen Schmetterling auf einer violetten Blüte, am Waldrand. Die gefleckte Musterung ist hier die perfekte Tarnung. Übrigens, der Schachbrettfalter lebt praktisch nur ein Jahr! Der faszinierende Lebenskreis beginnt im Sommer, in dem das Weibchen im Flug Eier in blütenreiche, ungemähte Wiesenabschnitte fallen lässt. Aus den Eiern schlüpfen Raupen, die zunächst nichts fressen, sondern im Schutz der Streu überwintern. Erst im März des Folgejahres beginnt die Raupe ihren Hunger an den aufkeimenden Gräsern zu stillen. Nach mehreren Häutungen verpuppt sie sich in einem Gespinst am Erdboden, um im Juni als bezaubernder Schmetterling zu schlüpfen. Die Männchen suchen dann die Weibchen direkt für die Paarung auf. Beide ernähren sich im Sommer vom Nektar violetter Blüten, wie der Flockenblume, Witwenblume oder Skabiose. Nach der Eiablage schließt sich der Lebenskreis des Schachbrettfalters im August mit der Hoffnung auf Fortbestand in der nächsten Generation. Diesen fördern auch Gartenbesitzer, wenn sie kleine Raseninseln oder –ecken für die Eiablage stehen lassen oder violett blühende Pflanzen als Nektarlieferant anbieten. Der LPV schafft über gezielte Streuwiesenpflege Naturräume für die Lebensphasen des Schachbrettfalters und andere Schmetterlinge: die Mahd erfolgt zeitlich versetzt oder nur streifenweise und bietet damit die nötige kleinflächige, abwechslungsreiche Struktur zum Überleben des prächtigen Tagfalters.

Pressemitteilung vom 18.06.2020:

Bei uns dahoam - Der Wundklee

Der Mai hat im Jahreskreis vieler Bauern eine besondere Bedeutung: Mit dem Almauftrieb beginnt eine schöne, aber auch arbeitsintensive Phase. Den exakten Zeitpunkt bestimmt die Natur: sobald auf der Alm das Gras nach der Schneeschmelze hoch genug ist, um die Tiere zu sättigen, geht es vor allem für das Jungvieh hinauf auf den Berg. Durch die kurze Vegetationsperiode auf der Alm blühen fast zeitgleich die Wiesen auf, ein besonders leuchtender Frühblüher ist der Alpen-Wundklee.


Die typischen, sattgelben Blütenkronen wirken wie hingetupft in die Bergwiesen, kommt man näher, erinnern einen die Blütenblätter an einen sitzenden Schmetterling. Wie andere Kleearten auch beherbergt der Alpen-Wundklee an seinen Wurzeln Knöllchenbakterien, die für ihn Luftstickstoff binden. Dadurch kann die Pflanze viele Proteine herstellen und für heranwachsende Jungtiere einen wichtigen Eiweißlieferanten darstellen. Der Alpen-Wundklee wird auch gern gesehen, da er mit seinen tiefen Wurzeln den Boden nach Erdabrissen befestigt. Extensive Beweidung mit gelegentlichem Verbiss fördert diese stabilisierende Funktion. Übrigens, der botanische Name „Wundklee“ weist auf die entzündungshemmende und hustenstillende Wirkung von Substanzen der Blüte hin.


All das, was wir bei einer Wanderung auf die Alm schätzen, den Artenreichtum der Bergwiesen, den freien Blick oder die zufriedenen Tiere, ist der jahrtausendalten Wirtschaft der Almbauern zu verdanken. Mittlerweile können viele Almen nur noch im Nebenerwerb bewirtschaftet werden. Wenn aber die Beweidung der Gebirgsflächen eingestellt wird, erobert sich der Wald die Flächen wieder zurück. Um die typische bayerische Landschaft und die teilweise sehr seltenen Pflanzen auf der Alm zu erhalten, unterstützt der LPV die wichtige Pflege der extensiv genutzten Almweiden. Damit wir uns in unserer gewohnten Landschaft dahoam fühlen können…

Pressemitteilung vom 23.05.2020:

Bei uns dahoam - Die Wildbiene

Wenn man von Bienen hört, denkt man automatisch an die Europäische Honigbiene, die der Mensch weltweit verbreitete, um Honig zu gewinnen. In Bayern gibt es jedoch noch ca. 500 weitere Bienenarten, die unter dem Begriff „Wildbienen“ zusammengefasst werden. Diese sehen in Form, Farbe und Musterung völlig unterschiedlich aus, nur eine Gruppe ist anhand des kräftigen, pelzigen Körpers leichter erkennbar: die Hummeln. Alle Wildbienen, ernähren sich vegetarisch, das bedeutet, sie sind auf Nektar und Blütenpollen aus der Umgebung angewiesen. Besonders der eiweißreiche Blütenstaub ist für die weiblichen Wildbienen wichtig, um die Larven zu füttern und damit das Überleben des Nachwuchses zu sichern. Wie andere Insekten auch legen die Wildbienen Eier in vorbereitete Nester, aus denen nach einiger Zeit Larven schlüpfen. Nach ausreichender Fütterung begibt sich die Larve in das Ruhe- oder Puppenstadium, aus dem sich dann später das fertige Insekt entwickelt. Die meisten Wildbienen erledigen die Aufzucht alleine und leben solitär, die Hummeln dagegen leben als Sommerstaat mit Arbeiterinnen und Königin. Ab Herbst überwintern Wildbienen als Insekt oder im Puppenstadium, bei Hummeln beispielsweise überlebt nur die neue Hummelkönigin den Winter.

Übrigens tragen Hummeln im Garten zu einer sicheren, ertragreichen Ernte bei: Die brummenden Pelzkugeln fliegen im Gegensatz zu anderen Insekten auch bei niedrigen Temperaturen und regnerischem Wetter, um Obstbäume, Beerensträucher und Gemüse zu bestäuben. Jeder von uns kann etwas tun, damit sich die Wildbienen bei uns wohl fühlen: kleine Erdhöhlen, Totholz oder verwitterte Pflanzenstängel bieten Gelegenheit für den Nestbau, ein vielfältiges Blühangebot während des Sommers ermöglicht die Aufzucht von Nachwuchs. Unsere traditionelle, kleinbäuerliche Landwirtschaft mit ihrer Strukturvielfalt erleichtert den Nestbau und trägt dadurch zum Überleben der Wildbienen bei. Extensive Beweidung, wie auf unseren Almen, schafft vielfältige Lebensräume für die summenden Insekten. Darüber hinaus schafft der LPV durch die Pflege von Magerrasen und Streuwiesen ein abwechslungsreiches, nektarreiches Blühangebot für die gefährdeten Tiere über die gesamte Vegetationsperiode hinweg.

Pressemitteilung vom 20.04.2020:

Bei uns dahoam - Die Schlüsselblume

Es gibt Pflanzen, die kündigen das Frühjahr an, egal ob Schnee liegt oder nicht. Bei uns ist dies die Schlüsselblume, auch Himmelsschlüssel genannt, da sie als himmelsöffnender Frühblüher mit seinen gelben Blüten wieder die Sonne ins Land zaubert. Dabei wachsen je nach Standort zwei Arten der Schlüsselblume: die etwas häufigere „Hohe Schlüsselblume“, die feuchte Wälder, naturnahe Gärten, Wiesenränder, Raine oder lichte Gehölze bevorzugt und schon ab März blüht. Und die „Echte Schlüsselblume“, die vor allem trockene, sonnige Wiesen liebt und erst ab Ende April blüht. Die „Echte Schlüsselblume“ ist sowohl an den intensiv, dottergelben Blüten mit orangen leuchtenden Saftmalen als auch an ihrem zarten Duft erkennbar. Die Blüten der „Hohen Schlüsselblume“ sind dagegen etwas größer und eher hellgelb. Besonders die „Echte Schlüsselblume“ dient mehreren Schmetterlingsraupen als Futterpflanze, unter anderem dem gefährdeten Schlüsselblumen-Würfelfalter oder der Silbergrauen Bandeule.

Übrigens, der Name Schlüsselblume deutet auf die Blüten hin, die einem alten Schlüssel mit Bart gleichen. Passend zu dieser Deutung gibt es die Legende von Petrus, der im Himmel seinen Schlüsselbund fallen lässt. Wo dieser auf die Erde traf, soll die Schlüsselblume gewachsen sein.

Beide Arten sind mittlerweile selten geworden und stehen unter besonderem Schutz. Gärtnereien bieten für Liebhaber gezüchtete Wurzelstöcke an, die im Frühjahr Farbtupfer in die heimischen Gärten bringen. Für die Standorte in der freien Natur setzt sich der LPV ein, indem er durch Mahd die Wiesen offen und damit sonnig erhält.

Pressemitteilung vom 25.03.2020:

Bei uns dahoam - Die Erdkröte

Der Landschaftspflegeverband Miesbach e.V. (LPV) begleitet die Leser im Jahreskreis und stellt unter dem Motto „bei uns dahoam“ monatlich eine Tier- oder Pflanzenart vor. In dieser ersten Ausgabe geht es um  die Erdkröte.

Die Wetteraufzeichnungen zeigen den zweitwärmsten Februar seit Messbeginn an. Der LPV hat deshalb bereits jetzt Krötenfangzäune entlang der Straßen aufgestellt, um die Erdkröten sicher über die Straße zu lotsen. Aber woher kommt die Erdkröte und wohin möchte sie?

Die Erdkröte ist die größte und am häufigsten vorkommende Krötenart in Bayern und leicht an ihrer warzigen Haut zu erkennen. Über ihre Drüsen scheidet sie starke Bitterstoffe aus, die sie vor möglichen Fressfeinden schützen. Sind im ausgehenden Winter die Nächte frostfrei, erwachen die Erdkröten in ihren Landquartieren aus der Winterstarre. Anschließend begeben sie sich, ausgelöst durch Hormone, auf Wanderung, um in den Gewässern zu laichen, in denen sie selbst geboren wurden. Diese können zwei bis drei Kilometer entfernt sein. Auf diesen gefahrvollen Weg begeben sich vorwiegend in der Dämmerung oder nachts zunächst die Männchen. Sie locken die paarungsbereiten Weibchen mit zart fiependen Geräuschen – Kröten können im Gegensatz zu Fröschen nicht quaken. Nach der Paarung legt das Weibchen 3.000 bis 8.000 Eier in Schnüren ab. Die Amphibien müssen sich im Anschluss nicht mehr um ihre Eier kümmern und wandern daher in die Sommerquartiere. Dies sind meist Gärten, Wälder oder Offenlandgebiete. Hier machen sich die Erdkröten als Vertilger von Nacktschnecken, Würmern und Insekten nützlich. Übrigens kann eine Erdkröte in der Natur bis zu 12 Jahre alt werden…Vorausgesetzt natürlich, sie überlebt die jährlichen, riskanten Wanderungen.

Um diese Gefährdung zu reduzieren, beteiligt sich der LPV an dem Aufbau und der Betreuung von Krötenschutzzäunen im Landkreis. Die tägliche Kontrolle übernehmen jeweils freiwillige Helferinnen und Helfer. Wie gut, dass so viele dazu beitragen, dass die Erdkröte bei uns dahoam sein kann. Für Autofahrer ist in dieser Zeit besondere Vorsicht geboten. Kröten und ehrenamtliche Helfer sind in der Dämmerung unterwegs!

Pressemitteilung vom 05.12.2019:

Mähen von Steilhängen braucht Fingerspitzengefühl und Spezialtechnik

Teilweise sind die artenreichen Magerrasen so steil, dass man eher an winterliches Skivergnügen denkt als an das Mähen mit Maschinen. Für die Pflege dieser Flächen sind viel Erfahrung, voller körperlicher Einsatz und leichte Spezialmaschinen notwenig. Die Landwirte Hans Maurer und Markus Walter sind sehr erfahren in der Landschaftspflege und setzen für den LPV viele schwierige Projekte um.

Pressemitteilung vom 23.04.2019:

Erste Mitgliederversammlung des Landschaftspflegeverbandes e.V.

Wir laden Sie herzlich ein zu unserer ersten Mitgliederversammlung am Montag, den 29.04.19. Die Veranstaltung findet um 20:00 Uhr im Gasthof Bräuwirt, Marktplatz 3, 83714 Miesbach statt.

Der Landschaftspflegeverband (LPV) Miesbach e.V. wurde im Mai 2018 gegründet und hat im Januar 2019 die operative Arbeit aufgenommen. Bei der Versammlung wird sich der neue Geschäftsführer, Mathias Fischer, vorstellen. Darüber hinaus soll das Arbeitsprogramm 2019 und der Jahreshaushalt beschlossen werden.

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Pressemitteilung vom 08.01.2019:

Landschaftspflegeverband Miesbach nimmt die Arbeit auf

Geschäftsführer Mathias Fischer
Mathias Fischer

Mathias Fischer ist Geschäftsführer des neu gegründeten Landschaftspflegeverbandes Miesbach. Anfang Januar nahm er in den Räumen des Maschinenrings seine Arbeit auf. An seinem ersten Arbeitstag stellte er sich in Irschenberg dem Landrat, den zahlreich erschienenen Bürgermeistern, den Vertretern der Unteren Naturschutzbehörde und benachbarter Landschaftspflegeverbände vor.

Klaus Thurnhuber, Vorsitzender des Landschaftspflegeverbandes (LPV), betonte bei seiner Begrüßung: „Die Erhaltung unserer Kulturlandschaft ist über alle Parteigrenzen hinweg eine Herzensangelegenheit.“ Gerade wegen des Strukturwandels in der Landwirtschaft ist es besonders wichtig, die Landschaftspflege in der Region gut zu organisieren. Naturschutz, Landwirtschaft und Politik sollen in Zukunft gemeinsame Lösungen finden und an einem Strang ziehen. Thurnhuber spürte bereits bei den vorbereitenden Treffen den Teamgeist, der unter den verschiedenen Interessenvertretern herrscht. Bei der Gründung des LPV im Mai 2018 waren von 17 Gemeinden 16 mit im Boot. Der neue Geschäftsführer soll ab sofort Projekte der Landschaftspflege in die Tat umsetzen und Fördergelder akquirieren.

Josef Faas, der Leiter der Unteren Naturschutzbehörde, hat schon ein breites Spektrum an Aufgaben im Visier. Beginnen wird der LPV mit Maßnahmen im Streuwiesen- und Almbereich. Nachgedacht wird auch über ein Ökokonto für Gemeinden. Hier sollen Kommunen bei der Ausweisung von Bauland abbuchen können, ohne sofort Ausgleichsflächen ausweisen zu müssen.

Josef Rüegg, Landessprecher der bayerischen LPVs, freut sich über die Gründung des ersten Landschaftspflegeverbandes im Oberland: „ Der Miesbacher LPV ist ein wichtiges Vorbild, besonders weil hier alle an einem Strang ziehen.“ Er betonte auch die wichtige Rolle des Maschinenrings für einen reibungslosen Ablauf bei der Landschaftspflege.

Die Gäste des LPV bei der Auftaktveranstaltung
Die Gäste des LPV bei der Auftaktveranstaltung